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Muztagh-Ata Expeditionstagebuch Vom 28. Juli bis 24. August 2011
11.10.2011 - Die stärksten Eindrücke
1. Der glasklare übervolle Sternenhimmel im Basislager. Die Sterne funkelten heller als sonst wo und ich hatte den Eindruck, als ob ich noch nie so viele Sterne am Himmelszelt gesehen hätte.
2. Der tiefblaue Himmel auf 7000m.
3. Der fließende Übergang der zum Angreifen nahen Wolken zu den schneebedeckten Hängen des Berges. Es schien als ob der Himmel die Erde küßt.
4. Die unendliche Weite der Naturlandschaften.
5. Die starken Gegensätze in Kashgar.
6. Das satte, nach allen Gewürzen duftende Grün der Wiesen,die voller Edelweiss sind. Und das auf 3000m Höhe in Tash Rabat.
7. Die Ausatemluft, die über Nacht durch die extreme Kälte sich als Eiskristalle ans Innenzelt gelegt hatten und bei jedem Anstoß an die Zeltplane runternieselten.
8. Ein Atemzug ein Schritt auf 5000m zu drei Atemzügen ein Schritt auf 7000m.
9. Der Bastel- und Ideenreichtum der bescheidenen Kinder im Base Camp, die mit leeren Gaskartuschen Drahtspielautos nachgebaut hatten, um damit zu spielten.
10. Der Frieden, die Ruhe, fast Stille und Einsamkeit in diesen Höhen ist faszinierend. Man ist stundenlang unterwegs, mit sich und seinen Gedanken beschäftigt. Man hört nur seine Schritte und seinen Atemzug. Auch wenn man in einer Gruppe geht wird kaum geredet, nur das Notwendigste.
10.10.2011 - Umweltschutz
Wieso manche Bergsteiger ihren Müll überall liegen lassen müssen werde ich nie verstehen. Schmeissen sie bei sich im Garten auch alles auf ihren Rasen oder entsorgen sie in ihnem Wohnzimmer den Abfall einfach auf dem Teppich oder am Boden ? Überall auf den Hochlagern auf den alten Zeltplätzen verteilt, liegen Plastikflaschen, leere Gaskartuschen und Verpackungsmaterial. Wir trugen unseren grünen Müllbeutel wieder runter. Da sieht man erst, wieviel Müll in der kurzen Zeit im Hochlager I und II zusammenkommt.
24.08.2011 - wieder Daheim Meine süße kleine Suri freute sich sehr über die paar wenigen Mitbringserl und mußte die traditionelle Bekleidung aus Kashgar gleich anprobieren. Mit dem Filzhut hatte sie sichtlich nicht viel Freude. Er juckte ihr zu sehr.
23.08.2011 - Rückfahrt nach Bishkek und Rückflug In der Früh gings von Naryn mit dem Bus zurück nach Bishkek mit Badestop am Issyk-Köl See. Unterwegs besuchten wir einen Souvenirladen, in dem wir handgearbeitete Filzprodukte kaufen konnten. In Bishkek blieb nicht mehr lange Zeit bis zum Abflug. Vor dem Abflug (um 3 Uhr früh) wurden wir aber noch zu einem tollen Abendessen von Amikal Alpin eingeladen.
22.08.2011 - Rückfahrt nach Kirgisistan
Gleich am Vormittag fahren wir wieder zurück zur Grenze China : Kirgisistan. Eigentlich wenn man`s genau nimmt nach Naryn, wo wir übernachten werden.
21.08.2011 - Sonntagsmarkt in Kashgar
Besuch des Viehmarktes und dann des Sonntagsmarktes in Kashgar. Eine riesen Menschenmenge und grosse Herden von hauptsächlich Schafen findet man auf so einem Marktfest, ausserhalb der Stadt. Es gab auch Esel, fast schon eher Mulis, sehr edle Tiere, und sogar mit Kühen wurde gehandelt. Über die gerechte Tierhaltung kann man streiten. Es wurde sehr heiss, sodass es uns gut gefiel gleich weiter zum Sonntagsmarkt zu fahren. Dort waren wir von der Sonne geschützt, wie in einem Basar. Ein Stand nach dem anderen, von Teppichen bis hin zu Tüchern, Stoffen, elektr. Geräte, Gewürze, Gold, Jadeschmuckstücke usw..... Aber letztendlich auch dies sehr ermüdend, da in kurzer Zeit Millionen Eindrücke zu verdauen waren. Danach assen wir in einem uigurischen Restaurant wieder zu Mittag. Langsam gewöhnen wir uns an das scharfe Essen. Am Abend gibt es ein grosses Abschlußtreffen und Essen mit unserem Guide.
20.08.2011 - In Kashgar
Heute nach einer luxuriösen Nacht in einem Bett, fingen wir mit einem Capuccino (Gottes Segen) den schönen Tag an. Ja es gibt ein tolles Karakorum-Cafe-house in Kashgar. Beim Bummeln durch die Stadt der grossen Gegensätze, kommen wir aus dem Staunen nicht mehr heraus. Überall wird gehandelt. Neue moderne Gebäude stehen neben Lehmbruchbuden usw.. An jeder Ecke wird Brot gebacken, Fleischhändler verkaufen unter schlimmsten (keinen) hygienischen Bedingungen ihre Ware auf der Strasse. Roller (Elektromopeds) fahren kreuz und quer über und neben dir vorbei. Zu unserer Überraschung sind die Strassen relativ sauber. Alles ist uigurisch aber mit chinesischer Überschrift. Wir freuen uns auf die Nacht unterwegs auf den Märkten.
19.08.2011 - Rückfahrt nach Kashgar
Nach dem Frühstücken haben wir am Vormittag noch gepackt und uns auf den Weg zu Fuss zuerück nach Shubashi gemacht. Nach 2 h Pause kam der Bus endlich, mit dem wir nach Kashgar fuhren. Die Zivilisation hat uns wieder.
18.08.2011 - Im base camp
Heute war im base camp Ruhepause, Waschen und am Abend Party angesagt. Party auf 4500m. Die Kuühe überraschte uns mit einem Festmahl, toll gedecktem Tisch. Das Bier, der Schnaps und natürlich der Gipfelseckt durften nicht fehlen, denn 9 von 12 unserer Teilnehmer erreichten den Gipfel. Wir Schneeschuhgeher erreichen auch die 7090 er Marke. Und der letzte Tourenskigeher überbot auch knapp die 7200 er Marke. Aber das allerwichtigste war, dass wir alle gesund und ohne Erfrierungen ins base camp zuerück kamen.
17.08.2011 - Abstieg ins Base Camp
Nach gut geschlafener ruhiger Nacht ging es heute nach dem Abbauen der Zelte mit dem gesamten Gepäck vom Hochlager 1 wieder zurück ins Base Camp. Wetter heute kalt und Schneefall. Unseren Müll nehmen wir wieder mit. Es schaut aus hier in den Hochlagern !?!!
16.08.2011 - Aufbruch zum Gipfel
Bin um 3 Uhr 45 aufgestanden. In der Nacht Niederschlag, 20 - 25 cm Neuschnee! Kälter als gestern. Um 6 Uhr bei minus 20 Grad losgegangen. Musste selber spuren. Je höher ich kam , umso schöner und wärmer wurde es. Gegen 12 Uhr Mittag richtig heiss. Musste die Daunenjacke ausziehen. Um 13 Uhr 45 auf 7090 m Höhe war der Himmel dunkelblau, fast schwarz und man konnte die flauschigen Wolken mit den Händen berühren. Es schien als ob der Himmel die Erde küsst, also eins sein. Dieser Frieden hielt leider nur kurz an, denn von einer Minute auf die andere kam der white out ( Schneesturm). Bin alleine dagestanden, kein Funkkontakt in dieser Höhe. Habe sofort mit dem Abstieg ins Lager 2 begonnen. Ankunft erst gegen 17 Uhr 15, ausgelaugt ! Um 18 Uhr erfolgte Befehl vom Bergführer zum weiteren Abstieg ins Lager 1, welches wir (die Schneeschuhgeher) erst um 20 Uhr 45 völlig erschöpft, nach der Überquerung der Gletscherspalten, fast im Dunklen erreichten.
15.08.2011 - Zwischenbericht
Sind gestern in 9 Stunden ins Hochlager 2 auf 6450m Höhe aufgestiegen. Es war sehr anstrengend, da wir auch das schwere Gepäck am Rücken hatten. Sehr späte Ankunft. Heute Ruhepause der zwei Schneeschuhgeher (einer davon bin ich). Die Tourenskigeher sind heute bereits zum Gipfel aufgebrochen und bis auf einen haben es alle anderen auf den 7546 m hohen Gipfel geschafft. Morgen in der Früh starten wir zum Gipfel.
13.08.2011 - Gipfelsturm Start
Sind heute in 4 Stunden 15 Minuten aufs Hochlager 1 (5420 m) aufgestiegen. Alle wohlauf! Gestern und vorgestern stark windig. Heute weniger Wind, teils bewölkt. Nächte immer um die Null Grad. Am Tage schönster Sonnenschein. Morgen geht es weiter ins Hochlager 2 auf 6450 m. Sonnenaufgang kurz nach 8 Uhr, Sonnenuntergang etwa 20 Uhr. Bei Sonnenschein sofort angenehm warm.
12.08.2011 - News aus dem Base Camp
Gestern hatten wir einen weiteren Ruhetag im Base Camp. Haben gute Nachricht wegen Wetterfenster für Aufstieg ab Samstag bekommen. Wetter ist wieder top! Heute Nachmittag, spätestens morgen Start. 12 Spanier werden auch mit Schneeschuhen mitgehen.
10.08.2011 - Wettercheck im BC
Ruhetag im BC, Kräfte sammeln und checken der Wetterlage mit Amical und Karl Gabel Innsbruck und swiss Meteo.
09.08.2011 - Abstieg ins BC In der Früh gleich Abstieg ins BC zum Frühstücken.
08.08.2011 - Aufstieg ins Hochlager 2 Aufstieg ins Hochlager 2 und Aufbau der Zelte auf 6450 m. Heute müssen wir zum ersten mal über die Gletscherspalten. Anfangs gehen wir zwei Schneeschuhgeher mit Steigeisen und am Seil. Nach den Gletscherspalten steigen wir um auf Schneeschuhe und deponieren die Gurte und das Seil und die Steigeisen. Wir, die zwei Schneeschuhgeher, kamen nur bis 6250 m (eigentliche Höhe des Hochlagers 2, aber unser Hochlager 2 wurde höher, auf 6450 m, aufgebaut). Wir waren ausgelaugt und müde. Abstieg am gleichen Tag, retour auf Hochlager 1 mit Übernachtung in dieser Höhe. Diesmal geht es mir sehr gut in dieser Höhe.
07.08.2011 - Übernachtung Hochlager 1 Aufstieg und Übernachtung auf Hochlager 1 (5420m) der gesamten Gruppe. Witzig, der Rucksack ist immer bummvoll und schwer. Wie gibt es das ? Habe diese erste Nacht schlecht geschlafen, hatte leichte Kopfschmerzen und ein Flauegefühl im Magen.
06.08.2011 - Ruhetag im BC, Telefonat mit Markus
Habe gerade mit Markus telefoniert. Die Expedition ist seit Mittwoch (3.8.2011) im Basislager und hat gestern bereits das erste Hochlager auf 5400 m erstellt. Morgen wird sie auch schon dort das erste Mal übernachten. Das Wetter ist hochsommerlich. Es soll zwar die nächsten 2 Tage etwas unbeständig werden, aber dann wieder schön. Kurzer Bericht über die letzten Tage folgt noch von Markus. Lg. Uschi Ruhetag im BC und alle sind wohlauf !
05.08.2011 - Aufstieg auf Hochlager 1 Heute stiegen wir zum Hochlager 1 auf 5420 m mit vollgepackten Rucksäcken auf, stellten die Zelte auf und richteten sie ein. Nach einer kurzen Pause stiegen wir wieder ins Base Camp ab.
04.08.2011 - Eingehtour auf 5100m Aufstieg in Richtung Hochlager 1 (,das auf 5420 m liegt) bei Sonnenschein. Wir gaben uns mit 5100m zufrieden, rasteten und jausneten auf dieser Höhe, bevor wir wieder ins BC abstiegen.
03.08.2011 - Aufstieg zum Base Camp Bei wolkenfreiem Himmel stiegen wir gegen 11:30 zum Basislager (4420m) auf. Die Kamelkarawane war zu spät, aber endlich doch da und nach dem Beladen mit den Expeditionstonnen begleitete sie uns den gesamten Weg.
02.08.2011 - Fahrt nach Shubashi
Nach der Kontrolle der gesamten Expeditionsutensilien in Kashgar fuhren wir nach Shubashi zum Fuße des Muztagh Ata. Diese Fahrt war eine staubtrockene Angelegenheit, da kurz vor Shubashi ein Stausee angelegt wird und die Strasse eine einzige Riesenbaustelle bzw. ein Erdhaufen ist. Während der Fahrt wurden wir wieder zweimal kontrolliert. Am Karakolsee hatten wir einen Wahnsinnsblick auf den Berg, da Sonnenschein.
01.08.2011 - Kashgar
Nach einem ausgiebigen Frühstück und einer herzlichen Verabschiedung verlassen wir unser Yurten Camp in Richtung kirgisische Grenze, die wir recht flott passierten. Auf dem Torugart Pass (3750 m hoch) machten wir Picknick. Hier mussten wir mit unserem gesamten Gepäck auf chinesische Busse umsteigen und fuhren zur eigentlichen Zollkontrolle. Die Grenzkontrolle dauerte 1 h 40 min., was für chinesische Verhältnisse noch immer sehr schnell war. Gegen 18 Uhr erreichten wir unser Hotel in Kashgar. Das Abendessen war dann doch sehr sehr gewöhnungsbedürftig. Zu empfehlen wäre, zum Abendessen ein Handtuch mitzunehmen, um plötzlich auftretende Schweissausbrüche zu stoppen.
30.07.2011 - Tash Rabat
Wortwörtlich "geschüttelt nicht gerührt " wurden wir die gesamte Fahrzeit von 9,5 h von Bischkek nach Tash Rabat. Spät angekommen bezogen wir auf 2940 m unsere Yurten und genossen 2 Tage und 3 Nächte die aussergewöhnliche Gastfreundschaft der kirgisischen Normaden. Wechselnde Wetterverhältnisse versüssten uns die zwei Akklimatisationswanderungen auf den Tash Rabat Sattel (4040 m hoch) mit Blick auf den Chatyr Kul See und auf umliegende Berge. Am 31.7 stiess Matthias ohne Problem zu uns. Nun ist unser Team komplett und wohlauf.
29.07.2011 - Ankunft in Bishkek
Heute gegen 2 Uhr 30 kirgisischer Zeit sind wir am Flughafen gelandet. Gegen 4 Uhr waren wir im Hotel. Fahren nach dem Frühstück 470 km nach Tash Rabat, wo wir in den nächsten zwei Tagen zwei Touren auf 4000 m zur Akklimatisierung machen werden. Der Flug gestern mit Zwischenlandung und einer Pause von 4,5 h in Istambul war etwas zu lang. Sonst lag die Flugzeit von 3,5 h nach Istanbul und knapp 5 h nach Bishkek im Plan. Heute erwartet uns wunderschönes heisses Wetter. Bishkek ist eine typisch russische Stadt, mit sehr sehr breiten Strassen und grossen Bauten. Dem ganzen Team geht es soweit gut. Lg markus
27.07.2011 - Abreise
Morgen gehts vom Münchner-Flughafen endlich los. Habe leichte Probleme die 30 kg Limitierung des Gepäcks einzuhalten. Hoffe dabei nichts Wichtiges vergessen zu haben. Fahre heute noch mit dem Auto nach München.
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