Bloßfiaßig der Slum entlang

Ab Juli 2015 gibt es die Möglichkeit, „bloßfiaßig“ der Sulm entlang zu wandern.

Wir stehen den ganzen Tag auf ihnen, gehen und laufen mit ihnen, und beachten sie kaum. Erst wenn sie schmerzen, fangen wir an unsere Füße zu beachten. Der menschliche Körper hat über Jahrzehnte der Evolution gelernt aufrecht zu gehen. Um vom Untergrund unabhängig zu sein entwickelten wir Schuhe. Heute sind unsere Fußbekleidung, die Schuhe, aus unserem Leben nicht wegzudenken. Die Fußbekleidung Schuhe sind schützende, praktische und erleichternde Arbeits- und Sportbekleidung oder meist ein ungesundes Modeaccessoire (Stöckelschuhe). Durch diese Erfindung schwächten wir weitgehend die Fußmuskulatur und den Tastsinn unserer Sohlen.

Fußanatomie

Unser Fuß besteht aus 26 Knochen, die sich auf die Zehen, dem Mittelfuß und seiner Fußwurzeln aufteilen. Der Fuß ist durch seine Muskeln, Faszien und Bänder so gespannt, daß wir ein Quer- und ein Längsgewölbe unterscheiden können. Das ist wichtig für unser körpereigenes Federsystem beim aufrechten Fortbewegen.

Bei Veränderung dieser Physiologie entstehen die verschiedensten Fußdeformitäten. Die Fußabdrücke dieser Füße unterscheiden sich eindeutig. 1 Plattfuß, 2 Hohlfuß, 3 Normalfuß und 4 Spreizfuß. Diese Veränderung hat Auswirkungen auf die Statik des gesamten Körpers und führt schneller zu Abnützungen. Von der Fußsohle über unser Sprung- und Kniegelenk, Hüften, Lenden-, Brust- und Halswirbelsäule bis zum Kopf.

In unseren Fußsohlen und Zehen haben wir eine besonders hohe Anzahl an Rezeptoren. Rezeptoren (aus dem lateinischen empfangen , aufnehmen) sind Sinneszellen, einfach gesagt Sensoren. Für all die verschiedenen Reize unserer Umgebung haben wir spezifische Rezeptoren. Das sind Mechanorezeptoren (mehr an der Obefläche vorhanden) für den Berührungs- Druck-, Dehnungs- und Vibrationsssinn, Thermorezeptoren für Wärme und Kälteempfindung, Schmerzrezeptoren und die tiefer gelegenen Propriorezeptoren (Tiefensensibilität), die die Informationen für Lage und Gleichgewicht des Körpers im Raum an das Gehirn weiterleiten.

Der Weg

Ab dem 26 Juni 2015, wird in Zusammenarbeit der zwei Marktgemeinden Wies und Pölfing-Brunn mit dem Therapiezentrum Prä-Fit ein Barfusspfad der weißen Sulm entlang eröffnet. Auf diesem 2,5 km langen Weg zwischen den beiden Marktgemeinden befinden sich 4 Übungsstationen. Der Weg an sich hat verschiedene Bodenbeschaffenheiten. Meist geht man auf weichem Erdboden mit Rasen, der stellenweise in Schotterboden übergeht. Wenige Abschnitte mit Asphaltbelag müssen überquert werden. Der Pfad kann zu 95 % asphaltfrei begangen werden.

Da sich der Barfußweg in Pölfing-Brunn auf dem Geh- und Radweg befindet sollten Sie auf die Möglichkeit entgegenkommender Radfahrer gefasst sein. Der Barfußweg ist in beiden Gemeinden mit der Bahn gut erreichbar. An beiden Ausgangspunkten befinden sich sowohl Parkplätze als auch eine GKB-Bahnhaltestelle. Der Weg kann prinzipiell das ganze Jahr außer in der schneebedeckten kalten Jahreszeit benutzt werden. Als Anfänger gehen Sie besser kürzere Streckenabschnitte barfuß, damit Sie ihre Fußgelenke, Bänder und Muskulatur nicht zu sehr belasten und sie sich an die Belastung gewöhnen können. Dazu nehmen Sie am besten die Schuhe im Turnbeutel oder Rucksack mit. Es wäre auch sinnvoll anfangs nur die Übungsstationen barfuß zu bestreiten.

Einkehrmöglichkeiten

Gasthaus J. Köppl: 8551 Wies, Aug 7, Tel.: 03465-2548
Sommer Öffnungszeiten: Mi – Fr ab 10 Uhr / Sa und So ab 9 Uhr, Mo und Di Ruhetag

Kipferlbad, Familie Wildbacher: 8544 Pölfing-Brunn, Brunn 344, Tel.: 0664-5252000
Sommer Öffnungszeiten: ab 9 Uhr

Führungen

Bitte um telefonische Kontaktaufnahme unter 0650-9814300 sollten Führungen erwünscht sein !

Die Stationen

Derzeit sind vier Stationen am Weg. An jeder Station hängt eine Tafel mit der Bezeichnung der Station und die Anleitung zur Übung.

Die sensomotorische Bahn befindet sich in der Marktgemeinde Pölfing-Brunn (siehe Plan) und beinhaltet 10 unterschiedliche Untergründe. Nehmen Sie sich Zeit und begehen Sie diesen Abschnitt bewusst, indem Sie sich voll auf ihren Tastsinn ihrer Fußsohlen konzentrieren. Dazu können Sie auch ihre Augen schließen und sich von einer zweiten Person zur Sicherheit führen lassen. Wie fühlt sich der Boden an? Grob, fein, glatt, rau, fest, weich usw. Mit den Umwelteinflüssen wären da noch nass oder trocken, kalt oder warm …
Der Gleichgewichtsparkour befindet sich in der Marktgemeinde Wies und beinhaltet Baumstämme über die man balancieren kann. Zur Sicherheit lassen Sie sich an der Hand von einer zweiten Person führen.
Die zwei Einstiege zum Kneippen in die weiße Sulm befinden sich in beiden Gemeinden. 
Passen Sie beim Ein- und Ausstieg auf, die Steine können rutschig sein. Das Kneippen hat durchblutungsfördernde und immunstärkende Wirkung.

Fotos der Stationen

Zum Mitnehmen

Sie sollten einen Rucksack oder einen Turnbeutel für die Schuhe mitnehmen, den sie auf den Rücken packen, um freie Hände zu haben. Ein Handtuch zum Abtrocknen der gewaschenen Füße am Ende des Barfußweges wäre sehr nützlich. Waschgelegenheiten für ihre Füße haben Sie beim Kipferlbad (Trinkbrunnen) bzw. beim Gasthaus Köppl. Fragen Sie bitte einfach danach.

Pflegehinweise

Sie werden nach dem Barfußwandern anfangs ihre Füße besonders intensiv spüren. Sogar ein Muskelkater an den Unterschenkeln könnte eine mögliche Folgen sein. Waschen Sie ihre Füße gründlich oder nehmen Sie sogar ein Fußbad. Danach cremen Sie ihre Füße mit einer Pflegecreme (z.B. Hirschtalg) ein.

Besonderer Dank gilt den Sponsoren Teerag Asdag & Büro Rainer Kolar.